Sozialleistungen in Großbritannien heute

Erstmals in den Genuss von staatlicher Unterstützung kamen die Bürger Großbritanniens 1908. Arbeiter und Arbeiterinnen erhielten nach ihrem siebzigsten Geburtstag eine Altersrente. im Jahr 1911 wurde mit dem "National Insurance Act" die Arbeitslosenunterstützung und die Krankenversicherung eingeführt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Vertrag zur nationalen Unterstützung (National Assistance Act) verabschiedet, der 1948 erstmals Lohnzuschüsse vorsah. Auch die Krankenversicherung, die bislang nur für Arbeitnehmer und deren Familien vorgesehen war, wurde erst 1946 mit der Gründung des nationalen Gesundheitsdienstes auf alle Einwohner des Landes ausgeweitet. Eine gesetzliche Pflegeversicherung gibt es bis heute noch nicht.

1945 führte die Regierung erstmals eine sogenannte Familienzulage ein. Es wurde allerdings nur ab dem zweiten Kind eine Leistung erbracht und erst seit 1977 bekommen Familien in Großbritannien auch für ihr erstes Kind staatliche Unterstützung. Aktuell werden für das erste Kind 20,30 Pfund und für jedes weitere 13,40 Pfund gezahlt. Neben diesem Kindergeld gibt es auch das Erziehungsgeld, welches für maximal 39 Wochen gezahlt wird. Der Vater kann für höchstens 13 Wochen in Erziehungsurlaub gehen, erhält aber nur für zwei Wochen Geld. Ziemlich umfangreich ist die Unterstützung bei Todesfällen innerhalb der Familie. Hinterbliebene Ehegatten erhalten zum Beispiel eine steuerfreie Einmalzahlung von 2.000 Pfund und Hinterbliebenenzuschuss. Es gibt Zuzahlungen zur Beerdigung und für hinterbliebene Elternteile ist eine finanzielle Unterstützung von bis zu 100 Pfund pro Woche für die Versorgung von Kindern vorgesehen.

Seit 1996 werden Arbeitssuchende stärker in die Pflicht genommen. Wer Jobangebote ablehnt, muss mit einer Kürzung der Leistung (monatlich ca. 340 Euro) rechnen. Bei erfolgreicher Wiederaufnahme eines Beschäftigungsverhältnisses wird eine sogenannte Eingliederungshilfe gewährt. Wer wegen Krankheit oder Behinderung erwerbsunfähig ist, erhält ebenfalls staatliche Unterstützung, genau wie Familienmitglieder, die Angehörige pflegen. Mit über 50 verschiedenen Leistungsarten ist das System an Sozialleistungen sehr komlplex und soll laut Ankündigung von Premierminister Cameron durch Reformen und Sparmaßnahmen stark eingebremst werden.

Angehörige bestimmter Berufe sind dazu gezwungen, Arbeitskleidung kaufen zu gehen. Sie haben dabei die Wahl, ob sie die Anschaffung in einem Ladengeschäft tätigen oder ob sie sich im Internet umsehen. Wichtig ist, dass hier nicht in erster Linie auf den Preis geachtet wird, obwohl dieser schon eine Rolle spielt und je nach Anbieter auch stark differieren kann. Wichtiger ist die Qualität, denn die Arbeitskleidung soll schließlich einen gewissen Schutz bieten.